Beagle

Herkunft

Seit dem 7. Jahrhundert haben Mönche in den Ardennen den sogenannten St. Hubertushund gezüchtet. Um ihre Kraft und Schnelligkeit zu steigern, wurden die St. Hubertushunde mit Greyhounds gekreuzt. Aus diesen Paarungen stammte der sogenannte Northern Hound, der später in Talbot umbenannt wurde. Dieser wurde von den Normannen nach England mitgebracht, als sie 1066 Britannien eroberten. Im Hundertjährigen Krieg brachten die Engländer den Southern Hound aus Südfrankreich nach England ein, der bis dahin in Britannien unbekannt war. Der Southern Hound war ein außergewöhnlich erfolgreicher Jagdhund aufgrund seines unglaublich feinen Geruchssinns und seiner Neigung, eine Spur bis zum Ende zu verfolgen. Um die positiven Eigenschaften beider Rassen miteinander zu vereinen, verpaarten die Engländer in der Zeit um 1400 den Talbot mit dem Southern Hound und züchteten aus diesen beiden Hunderassen den Beagle.

Aussehen und Charakter

Bei Beagle werden zwei verschiedene Größengruppen unterschieden. Ein kleiner Beagle wiegt etwa 10 kg und ist etwa 30 cm hoch. Die zweite Gruppe wiegt etwa 15 bis 20 kg und ist 30 bis 40 cm hoch. 

 

Die Rasse hat einen muskulösen und robusten Körperbau. Die langen Ohren und die weiße Spitze am hoch getragenen Schwanz sind besonders auffällig. Der Beagle hat eine tiefe Brust. In der Regel hat das Fell eine kurze, glatte und dichte Struktur und ist schwarz, braun oder weiß. Jedoch gibt es auch zweifarbige Beagles.

 

Beagle sind Menschen gegenüber friedlich. Normalerweise ist der Beagle gut mit seinen Artgenossen verträglich. In den letzten Jahren trifft man Gelegentlich Beagle, die eigentlich für die Rasse ungewöhnlich, beim Umgang mit anderen Hunden offenbar von Natur aus Schwierigkeiten haben. Bereits in der Welpengruppe zeigen sie ihre extreme Unwirschheit. Wenn der Hund nicht angemessen trainiert wird, kann dies zu einem unangenehmen Problem im Umgang mit ihm führen. Außerdem haben Beagle häufig Schwierigkeiten, sich in ihrer Freiheit einschränken zu lassen. Ein Problem, das durch geduldiges „Aussitzen“ im Welpenalter gelöst werden kann. Diese Rasse entwickelt häufig ein aufmerksamkeitsheichendes Verhalten.

 

Des Weiteren sind die bellfreudigen Hunde aktiv, neugierig, lauffreudig und extrem hartnäckig. Der Beagle ist sehr intelligent, kreativ beim Lösen von Problemen und stark Futtermotiviert. Dies führt häufig zu Übergewicht bei Hunden dieser Rasse, dennoch ist der Beagle ein angenehmer, liebeswerte und lieber fröhlicher Hausgenosse.

Beschäftigung 

Ein gelangweilter Beagle findet seine eigenen Beschäftigungen und muss diese nicht dem Geschmack seiner Menschen entsprechen. Am liebsten bewegen sie sich in der Natur und erkunden zusammen mit ihrem Besitzer Feld, Wald und Flur. Natürlich gibt es viele Optionen, um einen Beagle draußen zu beschäftigen, wie zum Beispiel das Trailen oder die Zielobjektsuche. Im Ausland nutzt man besonders beim Zoll seine scharfe Nase. Die kleinen Hunde sind auch begeistert von Radfahren, Joggen oder Dogscooter. Zu den Lieblingsbeschäftigungen eines Beagles gehören Jagen, Herumschnüffeln und Fährten verfolgen. Der Beagle lernt durch positive Verstärkung und Futterbelohnung sehr schnell und neigen dazu, Kommandos vorwegzunehmen. Draußen haben es die Halter dieser Hunderasse nicht immer leicht die Konzentration des Hundes auf sie gelenkt zu halten, da es dem Beagle schwer fällt seine Nase vom Boden zu heben. 

Familientauglichkeit

Wenn der Beagle ausreichend Beschäftigung und Bewegung erhält, ist es auch möglich, ihn in einer Wohnung zu halten. Viele Beagle mögen es nicht, allein zu bleiben, insbesondere wenn keine anderen Hunde um sie herum sind. Der Beagle eignet sich gut als Familienhund, da er normalerweise ein Begleiter ist, der jeder Art von Konflikt aus dem Weg geht, ob mit anderen Hunden oder Menschen. Er ist geduldig im Umgang mit Kindern. Katzen sollte er bereits im Welpenalter kennen lernen und hier sollte von Anfang auf ein ruhiges zusammenleben geachtet werden. Der Beagle wird häufig aus dem Grund ausgewählt, dass er klein und bunt ist, dabei wird der Ursprung dieser Rasse vergessen, was zu Problemen führt, weil der Hund unterfordert und der Besitzer überfordert ist. Interessierte an dieser Rasse sollten sich der Jagdtrieb bewusst sein. Außerdem sollte man bei der Auswahl der Rasse des Beagles berücksichtigen, dass er sehr bellfreudig ist. Dennoch benötigt der Beagle eine konsequente Erziehung, regelmäßiges Training und feste Regeln.

Pflege

Der Beagle ist für sein kurzes, pflegeleichtes Fell. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Du auf die regelmäßige Pflege verzichten kannst. Regelmäßiges Bürsten ist daher wichtig, um lose Haare und Schmutz zu entfernen. Besonders in den Sommermonaten solltest Du zusätzlich darauf achten, Deinen Beagle auf Zecken zu kontrollieren, da diese Tiere in warmen Monaten besonders aktiv sind.

 

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Pflege sind die Krallen. Achte darauf, dass sie regelmäßig gekürzt werden, um Verletzungen und Unannehmlichkeiten beim Laufen zu vermeiden. Darüber hinaus haben Beagles Hängeohren, die eine besondere Aufmerksamkeit benötigen. Diese Ohren sind anfällig für Entzündungen; daher ist es ratsam, sie regelmäßig auf Rötungen zu überprüfen und bei Bedarf sanft zu reinigen.

Gesundheit

Beim Beagle kommt gelegentlich Hüftgelenksdysplasie (HD) vor. Auch gibt es eine größere Anzahl an erblichen Erkrankungen. Imerslund-Gräsbeck-Syndrom (IGS), Musladin-Luecke-Syndrom (MLS), Primäres Abiotrophie (NCCD), Lafora-Epilepsie und Faktor-VII-Mangel. Die Regelmäßige Kontrolle der langen Schlappohren auf Verschmutzung oder Entzündungen wird empfohlen.