Hausmittel - was wirklich hilft
Kleine Beschwerden wie ein gereizter Magen, Juckreiz oder eine Schürfwunde lassen sich manchmal mit einfachen Hausmitteln lindern – sanft, natürlich und ohne sofort zur Tablette greifen zu müssen. Gerade bei leichten Symptomen können bewährte Hausmittel deinem Hund kurzfristig Erleichterung verschaffen.
Aber: Hausmittel ersetzen keine tierärztliche Behandlung. Wenn sich der Zustand deines Hundes nach spätestens 24 Stunden nicht verbessert oder sich sogar verschlechtert, solltest du unverzüglich eine Tierarztpraxis aufsuchen. Auch bei Unsicherheit oder stärkeren Beschwerden ist es immer besser, den Rat eines Profis einzuholen.
Welche Hausmittel in bestimmten Situationen helfen können, erfährst du in der folgenden Übersicht:
Analdrüsenentzündung
Eine Entzündung der Analdrüsen entsteht häufig infolge eines gestörten Verdauungsvorgangs – es sei denn, es liegen andere medizinische Ursachen vor, wie etwa Verwachsungen oder anatomische Besonderheiten. In den meisten Fällen lässt sich eine solche Entzündung jedoch gut vorbeugen, indem du gezielt die Verdauung unterstützt.
Jeweils über vier Wochen hinweg – im Frühling und im Herbst – kannst du deinem Hund täglich folgende Kräuter ins Futter mischen:
Grundermann, Löwenzahnblätter, Spitzwegerich, kriechendes Fingerkraut, Schafgarbenblätter.
Zur äußerlichen Unterstützung können verdünnte ätherische Öle sparsam aufgetragen werden. Geeignet sind unter anderem:
Copaiba, Lavendel, Pfefferminze, Sandelholz, Strohblume, Teebaum, Weihrauch und Zitrone.
Darmsanierung
Nach einer bakteriellen oder viralen Darmerkrankung – ebenso wie nach der Gabe von Antibiotika – ist es wichtig, die natürliche Darmflora deines Hundes wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Eine gezielte Darmsanierung kann dabei helfen, die Verdauung zu stabilisieren und das Immunsystem zu stärken.
Besonders bewährt hat sich eine Mischung aus probiotischem Joghurt oder Kefir, angereichert mit Kamille, Pfefferminzblättern, Spirulina und Kapuzinerkresse. Diese Kombination wird idealerweise zweimal täglich dem Futter beigemischt. Da Joghurt und Kefir bei vielen Hunden gut ankommen, wird die Kräuterergänzung in der Regel problemlos akzeptiert.
Zusätzlich kann die Regeneration des Darms durch ätherische Öle unterstützt werden. Hierfür eignen sich unter anderem:
Pfefferminze, Kamille, Fenchel, Dill, Koriander und Wacholderbeere – am besten in Kapselform verabreicht, um eine sichere Dosierung zu gewährleisten.
Husten
Bei Husten kann ein selbstgemachter Fenchelhonig wohltuend und schleimlösend wirken. Dafür werden Fenchelsamen grob gemahlen oder im Mörser leicht zerstoßen, damit sich die ätherischen Öle besser entfalten. Anschließend kommen die Samen in ein sauberes Schraubglas und werden mit Honig übergossen. Diese Mischung sollte mindestens drei Tage durchziehen.
Zur Anwendung: 2–3 Mal täglich einen Teelöffel direkt vom Löffel schlecken lassen – viele Hunde mögen das sehr gern. Falls dein Hund den Honig nicht pur nehmen möchte, kannst du ihn auch in etwas Tee auflösen und mit einer Spritze verdünnt ins Maul geben.
Zusätzliche Unterstützung bieten ätherische Öle, die über einen Diffuser oder Raumspray im Raum verteilt werden können. Besonders geeignet sind:
Copaiba, Bergamotte, Eukalyptus, Pfefferminze, Rosmarin, Thymian, Weihrauch und Zitrone.
Insektenstiche
Bei Insektenstichen – oder auch nach dem Entfernen einer Zecke, wenn der Hund besonders gerne an der betroffenen Stelle leckt – kann frischer Spitzwegerich schnelle Hilfe bringen. Zerreibe dazu ein paar Spitzwegerichblätter zwischen den Fingern, bis der heilende Pflanzensaft austritt, und reibe damit vorsichtig die betroffene Hautstelle ein. Das lindert den Juckreiz meist sofort und wirkt zudem leicht entzündungshemmend.
Wenn die Haut bereits gereizt oder leicht entzündet ist, etwa durch intensives Lecken, können folgende Mittel helfen:
- Arnikatinktur zur sanften Desinfektion
- Johanniskrautöl zum Einreiben – wirkt zusätzlich beruhigend und fördert die Wundheilung
Zur natürlichen Insektenabwehr eignen sich außerdem ätherische Öle wie:
Lavendel, Geranie, Rosmarin, Eukalyptus und Zedernholz
Juckreiz
Die Auslöser für eine Kontaktallergie und damit verbundenen Juckreiz können sehr unterschiedlich sein – von Gräsern über Pollen bis hin zu bestimmten Materialien. Zur äußeren Anwendung eignet sich ein selbstgemachter Kräutertee, der bei gereizter Haut wohltuend wirkt.
Für diese Teemischung gegen Juckreiz werden je 20Gramm folgender getrockneter Kräuter verwendet:
Holunderblüten, Fenchel, Birkenblätter, Eichenrinde und Stiefmütterchenkraut.
Die Kräuter mit heißem Wasser aufgießen, ziehen lassen, abseihen und den Tee abkühlen. In einem sauberen Schraubglas im Kühlschrank aufbewahrt, ist der Sud etwa drei Tage haltbar. Mit dem abgekühlten Tee lassen sich betroffene Hautstellen großzügig abspülen oder sanft betupfen.
Zur inneren Unterstützung kann eine zweiwöchige Kräuterkur hilfreich sein. Die folgenden Kräuter – möglichst frisch oder alternativ als Trockenkraut – werden täglich unter das Futter gemischt:
Stiefmütterchenkraut, Brennnessel, Spitzwegerich, Mariendistel, Schwarzkümmel und Löwenzahnwurzel.
Zusätzlich lassen sich beruhigende Umschläge anfertigen: Ein Tee aus Zinnkraut (Schachtelhalm) wird mit etwas Aloe Vera-Gel (direkt aus der Pflanze gewonnen) und einem Schuss Apfelessig vermischt. Die Mischung wird ebenfalls in einem Schraubglas kühl gelagert (max. 3 Tage haltbar). Ein sauberes Leinentuch wird damit getränkt und als kühlender Umschlag auf die juckende Stelle gelegt.
Auch ätherische Öle können den Juckreiz lindern – besonders Lavendel und Pfefferminze, jeweils stark verdünnt äußerlich aufgetragen, wirken beruhigend auf die Haut.
Ohrenentzündung
Hunde mit langen, hängenden Ohren neigen besonders häufig zu Ohrenentzündungen, da Feuchtigkeit und Wärme hier leicht eingeschlossen werden. Eine sanfte Tinktur aus Purpur-Sonnenhut (Echinacea) und Holunderblüten kann lindernd und beruhigend auf gereizte Ohren wirken.
Auch bestimmte ätherische Öle eignen sich zur unterstützenden Pflege – allerdings nur äußerlich und stark verdünnt auf die Ohrmuschel auftragen (niemals in den Gehörgang!). Bewährt haben sich dabei:
Basilikum, Copaiba, Geranie, Lavendel, Lemongrass, Nelke, Rosmarin, Strohblume, Teebaum, Wacholderbeere, Weihrauch und Zitrone.
Wichtig: Zeigen sich starke Schmerzen, anhaltender Juckreiz oder tritt Fieber auf, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden. In solchen Fällen kann eine Mittelohrentzündung oder ein Fremdkörper im Ohr vorliegen – beides erfordert professionelle Behandlung und sollte nicht in Eigenregie behandelt werden.
Zahnfleischentzündung
Bei gereiztem oder entzündetem Zahnfleisch können Kräutertees oder Tinkturen eine sanfte, unterstützende Wirkung haben.
Eine Möglichkeit ist, einen starken Tee aus folgenden Kräutern zuzubereiten:
Pfefferminze, Lavendel, Salbei und Kamille.
Der abgekühlte Tee kann mit einer Einwegspritze mehrmals täglich vorsichtig ins Maul gespült werden, um das Zahnfleisch zu beruhigen und zu reinigen.
Alternativ kann eine Kräutertinktur angesetzt werden. Dazu verwendet man folgende getrocknete oder frische Kräuter:
Gänserfingerkraut, Kamillenblüten, Brombeerblätter, Ehrenpreis, Frauenmantel und Gänseblümchen.
Diese werden zu etwa einem Drittel in ein sauberes Schraubglas gefüllt und mit 38%igem Ansatzkorn (z. B. Kornbrand) aufgegossen, bis alles vollständig bedeckt ist. Die Tinktur sollte ca. sechs Wochen an einem dunklen Ort ziehen und täglich geschüttelt werden. Nach dem Abseihen kann sie mit einem Wattestäbchen vorsichtig mehrmals täglich auf das Zahnfleisch aufgetupft werden.
Zur zusätzlichen Pflege lassen sich auch ätherische Öle einsetzen – stark verdünnt und nur äußerlich angewendet. Besonders geeignet sind:
Copaiba, Geranie, Myrrhe und Pfefferminze.